2. Herren beenden erfolgreiche Saison mit knapper Niederlage gegen Werne
SC Werne - TSC Eintracht Dortmund II 3:2 (22:25, 19:25, 25:19, 25:16, 15:8)
- 21.04.2017
„Ut desint vires tamen est laudanda voluntas“ - Wenn auch die Kräfte fehlen, ist der Wille dennoch zu loben.
Zum letzten Spiel der Saison trafen am Sonntag die beiden Spitzenteams der Liga aufeinander. In Werne ging es für Beide um nicht mehr, als ein schönes Spiel und einen bewegungsreichen Sonntagmorgen. Angeführt vom standesgemäßen Trainer Roland Broll traf, trotz der sportlichen Bedeutungslosigkeit dieses Spiels, eine elf-köpfige Mannschaft der Eintracht in Werne ein. Nach kurzer Stippvisite des örtlichen Baggermuseums und der Werner Backstube, betrat man pflichtbewusst das dortige Freudenhaus des Volleyballs. Die routinemäßig durchgeführte Begutachtung der Halle ließ die Dortmunder mit einer wichtigen Erkenntnis zurück: Es würde ausreichend Mettbrötchen geben. Die geringe Höhe der Hallendecke sollte sich im Laufe des Spiels jedoch als der wesentlichere Faktor in den Ballstaffetten der Blau-Weissen herausstellen.
Der Erste Satz ist schnell zusammengefasst. Die Dortmunder starteten grundsolide mit einer bockstarken Annahme von Memian Sulaiman und einer guten Angriffsquote der beiden TSC-Urgesteine Ole Wirtz und Christoph Grütering. Der, nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrte Außenspieler, Thorsten Trapp spielte zudem wie aufgedreht und ließ dem Werner Block mit seinen brutalen Schmetterschlägen selten eine Chance. Die junge Truppe aus Werne hatte leichte Schwierigkeiten ins Spiel zu finden und konnte Agilitätsvorteile zunächst nur selten in Punkte ummünzen. Gefühlt die Hälfte der Angriffe blieb im Netz hängen. So stand es am Ende 25:22 für die Gäste aus der Ruhr-Metropole - frenetisch gefeiert von den zwei mitgereisten Fans, die sich während der Sätze jedoch meistens ihrer Leidenschaft zum Selfie-machen hingaben.
Für den Zweiten Satz warf Trainer Roland Broll die Rotationsmaschine an. Mit Garik Karoyan und Wilhelm Pischke über Außen, änderte sich wenig am Spielverlauf. Weiterhin schnurrte der gutgeölte Eintrachtmotor wie ein verwöhnter Stubenkater - durch die Auswechslung von Kraftbolzen Thorsten Trapp jedoch mit deutlich weniger PS. Die Gastgeber wurden dennoch merklich stärker und die Annahme der Dortmunder etwas unpräziser. Der ein oder andere Ball sprang nun an die Hallendecke, deren Höhe sich in etwa mit der, eines Kohleschachtes in Dortmund Kruckel vergleichen lässt. Kurz vor Ende des Zweiten Satzes sah man Zuspieler Nabil BenFraj mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Bank zu humpeln. Nach kurzer Absprache mit dem Trainer war klar, dass das Spiel für den gewohnt ballsicheren und in sich ruhenden Altmeister des Bälle-Servierens vorbei sein würde. Christoph Grütering übernahm und konnte auf der ihm ungewohnten Position als windelweicher Passgeber überzeugen. So konnte auch der Zweite Satz in trockene Tücher gelegt werden.
Mit zwei Gewinnsätzen im Rücken zog die Leichtfertigkeit in das Dortmunder Spiel ein. Und die Werneraner witterten, ob der prekären Annahmedefizite der TSC, wieder Morgenluft. Der Wille war den Eintrachtmannen keineswegs abzusprechen, doch das Momentum und die stärkere innere Überzeugung, zu gewinnen, nun auf Seiten der Gastgeber. Der Dritte Satz musste daher abgegeben werden. Geschenkt! In der Besprechung für den anstehenden Satz war die Stimmung dennoch großartig. Der Ehrgeiz zu gewinnen war nun deutlich dem Wunsch nach einem langem Spiel, in dem jeder seine Spielanteile bekommen konnte, gewichen. Roland Broll schnürte also nun selbst das Schuhwerk, um auf Außen zu wirbeln und auch Thorsten Trapp bekam noch einmal die zweite Luft und zimmerte wie aufgezogen drauflos. Doch Werne hatte sich stabilisiert und konnte nun vermehrt sowohl im Angriff als auch in der Abwehr die Luftduelle für sich entscheiden. Ganz im Sinne der mehrheitlich vertretenen Werner-Fans, bekam das Spiel nun endgültig eine Wendung. So musste man aus eintrachtscher Sicht, ohne sich irgendwelche Vorwürfe machen zu müssen, auch diesen Satz abgeben.
Es ging ins Tie-Break. Mit fünf Punkten Rückstand war dieser nach nur wenigen gespielten Bällen schon früh entschieden. Das Aufeinandertreffen plätscherte damit so langsam aus. So manch einer der Zuschauer mag aus seinem Mittagsschläfchen hochgeschreckt sein, als die Werneraner urplötzlich in einer Jubeltraube umherhüpften und den Sieg im letzten Saisonspiel feierten.
Nach Shake-Hands und Beglückwünschungen ging es wieder zurück in die heimischen Gefilde nach Dortmund. Was bleibt sind die Erinnerungen an einen schönen Sonntagsausflug im stets mausgrauen Volleyballtrikot und die Wertschätzung der großzügigen Hallenhöhe in der Eintrachthalle.
Es spielten: Broll, Sulaiman, Ben Fraj, Karoyan, Grütering, Pischke, Niebes, Trapp, Wirtz, Garcia Carballo, Ernesti
Spielbericht: Willi Pischke